Nach dem Erfolg bei ZANT 2025 geht die International Gala 2026 in die zweite Runde: Acht preisgekrönte Kurzstücke zeigen die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes – intensiv, überraschend und voller Energie. Internationale Tanzschaffende bringen ihre unterschiedlichen Handschriften nach Ulm und eröffnen mit diesem Abend das Festival ZANT. Eine inspirierende Bandbreite an Stilen, die bewegt und begeistert. Mit Gästen aus Schweiz, Spanien, Ukraine, UK, Taiwan und Tschechien.
Line Up
Daria Koval
Quiet Waters
Was bleibt, wenn Erinnerungen verschwimmen – zwischen dem, was war, und dem, was kaum auszuhalten ist? In Quiet Waters begibt sich Daria Koval auf eine intime Spurensuche durch das eigene Gedächtnis. Fragmente von Glück und Verlust stehen nebeneinander, überlagern sich, verschwinden und tauchen wieder auf.
Ausgehend von einer persönlichen Erfahrung von Krieg entfaltet sich ein körperlicher Dialog mit Erinnerung: Schutzmechanismen verdrängen das Schmerzvolle, während zugleich auch das Leichte und Unbeschwerte zu verblassen droht. Zwischen Festhalten und Loslassen entsteht ein bewegtes Ritual – ein Versuch, sich mit der eigenen Geschichte zu versöhnen.
Ein konzentriertes Solo über die Zerbrechlichkeit von Erinnerung und die leisen Strömungen darunter.
Dauer: 10 Minuten
Credits
Choreografie & Performance: Daria Koval
Musik: Viktor Rekalo (Cello), Igor Sayenko (Akkordeon)
Lichtdesign: Yevhen Kopitov & Pavel Kotlik
Uraufführung: TANZWERKSTATT EUROPA, München (2023)
Die Teilnahme am Festival wird dank der Unterstützung des Ukrainischen Instituts in Deutschland (TAG) im Rahmen des NUMO-Mobilitätsprogramms ermöglicht.
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HUNG DANCE
Push and Pull
Zwischen Kontrolle und Hingabe entfaltet sich ein feines Spiel der Kräfte: Push and Pull zeigt zwei Körper in ständiger Bewegung – im Wechsel von Annäherung und Widerstand, Balance und Instabilität.
Inspiriert von Tai Chi und physikalischen Prinzipien entwickelt LAI Hung-chung eine präzise, fließende Bewegungssprache. Getragen von der Musik von KUO Yu entstehen Bilder von Nähe und Distanz, Gewicht und Leichtigkeit – ein kontinuierliches Aushandeln zwischen Gegensätzen.
Auch gesellschaftliche Fragen klingen an: Wie positionieren wir uns in einem Umfeld im Wandel? Push and Pull wird so zu einer körperlichen Reflexion über Balance in uns und zwischen uns.
Dauer: 13 Minuten
Credits
Choreografie, Licht & Kostüm: LAI Hung-chung
Performance: LEE Kuan-lin, WU Shin-jie
Musik: KUO Yu
Produktion: HUNG DANCE (Taiwan)
Auszeichnungen (2025, Auswahl):
Preis & Publikumspreis – International Choreographic Competition Hannover (Tanja Liedtke Award)
Preis & Publikumspreis – Burgos & New York International Choreography Contest
Mehrere Partner Awards – Rotterdam International Duet Choreography Competition (u. a. Nederlands Dans Theater, Codarts, TanzLabor ROXY Ulm)
Best Dancer Award & Partner Awards – Yokohama Dance Collection
Die Performance konnte dank einer Spende von von Peter Liebchen im ZANT Programm realisiert werden.
Herzlichen Dank!
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The Czech National Ballet
Take Me With You
Getragen vom unverwechselbaren Rhythmus von Radioheads Reckoner entfaltet sich eine dichte, atmosphärische Choreografie. Robert Bondara nähert sich dem Song auf sehr persönlicher Ebene und übersetzt dessen Stimmung in Bewegung.
Im Zentrum steht eine flüchtige, kaum greifbare Atmosphäre, die die Beziehung zwischen den Tänzer:innen prägt. Zwischen Nähe und Distanz entsteht eine leise Reflexion über Vergänglichkeit, Sinnsuche und die Versuche, dem Leben Bedeutung zu geben – trotz aller Widersprüche.
Dauer: 6 Minuten
Credits
Choreografie, Kostüm, Bühne, Licht: Robert Bondara
Performance: Aya Watanabe / Patrik Holeček
Musik: Radiohead – Reckoner (Album: In Rainbows)
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HURyCAN
Te odiero
Zwischen Liebe und Überforderung entfaltet sich ein intensives Duett: Te odiero bewegt sich im Spannungsfeld emotionaler Extreme, in dem Anziehung und Abstoßung untrennbar miteinander verbunden sind.
Körper prallen aufeinander, suchen Nähe und stoßen sich wieder ab. Bewegungen werden zu Ausdrucksträgern von Widersprüchen – roh, verspielt und zugleich präzise. In diesem ständigen Wechsel von Konfrontation und Verbindung entsteht ein energetischer Dialog, der ebenso fragil wie kraftvoll ist.
Eine physische Reise durch die Dynamiken von Beziehungen – unberechenbar, berührend und voller Reibung.
Dauer: 11 Minuten
Credits
Choreografie: Candelaria Antelo & Arthur Bernard-Bazin
Performance: Gonzalo Peguero & Eva Alonso / Arthur Bernard-Bazin & Eva Alonso
Lichtdesign: Paloma Parra
Musik:
Louis Armstrong – Basin Street Blues
Cinematic Orchestra
Kenji Eno – The Fear Theme
Kid Koala – Basin Street Blues
Produktion: HURyCAN
Auszeichnungen (Auswahl):
Preis – Palm Desert Choreography Festival (2023)
Skanes Dance Theater & CODARTS Awards – RIDCC Rotterdam (2024)
Preis & Publikumspreis – NO BALLET International Choreography Competition (2012)
Weitere Preise u. a. in Burgos/New York, Sens, Alcobendas und Madrid
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James Wilton Dance
Summer (aus The Four Seasons)
Ein energetischer Ausschnitt aus James Wilton Dance's The Four Seasons: Summer steht für ein Universum in Ausdehnung – heiß, explodierend, voller Dynamik.
Kraftvolle, physische Bewegung trifft auf fließende Übergänge und treibende Musik. Die Tänzer:innen bewegen sich mit hoher Intensität durch Raum und Zeit und zeichnen ein Bild von Energie, die sich stetig entfaltet und verdichtet.
Ein dichter, körperlicher Sog zwischen Kontrolle und Ekstase.
Dauer: 11 Minuten
Credits:
Choreografie & Performance: James Wilton & Sarah Jane Taylor
Musik: Max Richter
Kostüm & Bühne: Vibeke Andersen
Lichtdesign: Paul Milford
Produktion: James Wilton Dance (UK)
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Gauthier Dance JUNIORS
B/olero & La morte del Cigno
Mit zwei kontrastierenden Arbeiten präsentieren die Gauthier Dance JUNIORS zeitgenössischen Tanz zwischen rhythmischer Energie und eindringlicher Reduktion – von Ohad Naharins dynamischem B/olero bis zu Mauro de Candias kraftvoller Neuinterpretation des klassischen Sterbenden Schwans in La morte del Cigno.
Dauer: ca. 11 Minuten
Credits
B/olero
Choreografie: Ohad Naharin
Musik: Isao Tomitas Arrangement von Maurice Ravels Boléro
Licht: Avi Yona (Bambi) Bueno
Kostüm: Eri Nakamura
La morte del Cigno
Choreografie, Licht & Kostüm: Mauro de Candia
Musik: Camille Saint-Saëns – Le Cygne aus Le Carnaval des animaux
Produktion: Gauthier Dance JUNIORS // Theaterhaus Stuttgart
Künstlerische Leitung: Eric Gauthier
Ensemble: Ashton Benn, Rong Chang, Atticus Dobbie, Naia Dobrota, Giuseppe Iodice, Mathilde Roberge
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Theater Ulm
Creative Dialogues
Nähe und Distanz, Individualität und Hingabe: In Creative Dialogues wird das Spannungsfeld von Liebes- und Künstlerbeziehungen erfahrbar. Annett Göhre (Ulm) und Steffen Fuchs (Koblenz) entwickelten den Abend gemeinsam mit ihren Ensembles als künstlerischen Austausch zwischen beiden Häusern.
Inspiriert von der Partnerschaft zwischen Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre entstehen choreografische Dialoge über Liebe, Freiheit und Zusammenarbeit.
Dauer: 15 min
Credits
Tanztheater Theater Ulm (Ltg. Annett Göhre)
Choreografie: Steffen Fuchs
Ausstattung: Sascha Thomsen
Koproduktion: Theater Koblenz & Theater Ulm
Musik: Shaker Loops – John Adams
Mit Unterstützung der Freunde & Förderer des Ulmer Theaters e.V. und Peter Liebchen
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Ballett Theater Basel
Nachtmerrie
Traumverloren entfaltet sich der Pas de deux Nachtmerrie – ein „Albtraum", der bei Marco Goecke nichts Düsteres meint. Zu Keith Jarretts schwebender Musik tauchen Erinnerungen und vergangene Beziehungen auf und verschmelzen zu einer surrealen Traumwelt. Ein überraschender Kontrast setzt am Ende einen intensiven, bittersüßen Akzent.
Inspiriert von Virginia Woolf zeigt das Stück, wie im Traum verborgene Wahrheiten sichtbar werden können.
Credits
Choreografie: Marco Goecke
Musik: Keith Jarrett (Budapest Concert XII & XIII), Lady Gaga (Bad Romance)
Kostüme: Thomas Lempertz
Licht: Udo Haberland
Mit: Parker Gamble, Elliana Mannella (Ballett Basel)
Uraufführung: 19.06.2021, Stuttgarter Ballett Schweizer Erstaufführung im Rahmen von «Dark Matter»: 13. März 2026, Theater Basel